Herbert Dücker und Brigitte Terschluse regieren fortan.

Das sind die Ergebnisse eines Vogelschießens, wie es nicht alle Jahre vorkommt:
Zweieinhalb Stunden hat das aufregende Schießen gedauert, und 386 Schüsse waren nötig, um den Holzvogel von seiner Stange zu holen. Die letzte halbe Stunde des gesamten Schießens bestand dabei aus einem ausgesprochen freundschaftlich ausgetragenen Duell zwischen dem späteren König und Thomas Weddeling.
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386 Schüsse warn nötig

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Dieses Schießen ist zudem mit besonderen Erkenntnissen verbunden:
Der Nichterner Vorstand, der den Vogel für die abschließende Dekoration dem scheidenden Königspaar zur Verfügung stellt, wird sich womöglich überlegen, ob er zukünftig noch mal einen Vogel mit einer wallenden graublonden Perücke auf die Stange setzen wird. Genau daran hing nämlich dieses Federvieh die ganze letzte halbe Stunde.

Perücke war widerspenstig

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Die Schützen hatten die Haare der Perücke regelrecht in die Rückwand des Kugelfangs eingearbeitet. Volltreffer um Volltreffer landeten die beiden Kontrahenten, aber der Versuch, die Haare zu durchschießen, artete schlicht zu einer Materialschlacht aus, bei der die Beiden eine große Portion Geduld aufbringen mussten.
Neuerungen gab es noch weitere: Nachdem zu Beginn kurz vor 12 Uhr Andreas Busch und Manfred Hölscher, der amtierende KKG-Prinz, sich die beiden Flügel gesichert hatten, eliminierten letzterer und Bürgermeister Christian Vedder die speziellen und erstmals angebrachten Accessoires des Vogels, die Aussagen über dessen Geschlecht ermöglichten.

Rege Beteiligung am Schießen

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Durch rege Beteiligung zeichnete sich in Folge das Schießen aus - die den Holzvogel aber nicht nennenswert aus der Fassung zu bringen vermochte. Wie festgeschweißt hockte er auf seiner Stange. Ein Grund für die Beteiligung mochte sein, dass der Verein beschlossen hatte ab halb eins jedem Schützen eine Biermarke für jeden Schuss auf den Vogel zu geben. Und als weiteren Anreiz wurde dem Schützen, der den vorletzten Schuss auf das Federvieh feuert, ganze 50 Biermarken übergeben. Diese sollten schließlich Thomas Weddeling ein weinig über seinen zweiten Platz hinwegtrösten.
Viele Zuschauer konnten sehen, wie sich zunächst die Vereinsjugend ausgetobt hatte und nach etwa einer Stunde die gestandenen Nichterner eingriffen. Aber wirklich eilig hatte es zu Beginn niemand - auch nicht die gedrängt stehenden Zuschauer. Dafür ist der Platz neben der Reithalle mit den Klängen der Musikkapelle und den hohen Bäumen ringsum auch einfach zu gemütlich.

Das Throngefolge

Bis es dann aber doch spannend wurde - und zäh zugleich. Herbert Dücker und Thomas Weddeling machten das Beste daraus und feuerten sich gegenseitig an. Die Königswürde hätten beide verdient. Am Ende gab es nur einen, und dessen Thron war auch schnell gefunden: Neben Herbert Dücker und Brigitte Terschluse regieren Theo Terschluse mit Doris Dücker, Norbert Overkämping mit Hedwig Busch und Willi Busch mit Maria Overkämping.
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(c) Münsterland Zeitung

(29.06.2015)